Vom 28. September bis 2. Oktober 2026 stand unsere Gemeinschaftsschule ganz im Zeichen der Sozialen Woche. Unter dem Motto „Offline steht dir auch“ drehte sich fünf Tage lang vieles um Mediennutzung, gemeinsame Erlebnisse und die Frage, was eigentlich passiert, wenn das Smartphone im Alltag einmal etwas weniger Raum bekommt.
Montagmorgen, erste Stunde in unserer Mensa: Statt Mathe, Deutsch oder Englisch steht etwas ganz anderes auf dem Stundenplan. Die ganze Schule trifft sich zur Schulvollversammlung. Unsere Schulleiter Götz Peter und Steffen Pfeffer führen durch das Programm – und aus den Lautsprechern erklingt unser Mottosong „Offline steht dir gut“, der extra für die Soziale Woche entstanden ist und uns von nun an jeden Morgen durch die Woche begleiten soll. Der eingängige Refrain sorgt gleich zu Beginn für gute Stimmung. Anschließend wird es auf der Leinwand bunt: Fröhliche animierte Früchte kündigen das Wochenmotto „Offline steht dir auch“ an und machen Lust auf die kommenden Tage. Passend dazu gibt es am ersten Tag für alle Schülerinnen und Schüler schicke Motto-Armbänder.
Auch unsere Schülersprecher Lalia und Rebin wenden sich an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Denn eine Veränderung wird in den nächsten Tagen für alle besonders spürbar sein: Die Handys bleiben erstmals auch während der Mittagspause sicher verwahrt. „Zusammen schaffen wir das!“, machen die beiden Mut – und geben dabei ganz offen zu: „Für uns ist es auch schwer.“ Damit ist die Herausforderung für die nächsten fünf Tage gesetzt.
Das Thema Mediennutzung beschäftigt uns als Schule schon länger. Bereits im vergangenen Schuljahr haben wir begonnen, unser Konzept zur Handynutzung weiterzuentwickeln. Dabei möchten wir die gesamte Schulgemeinschaft mitnehmen und auch die Eltern einbeziehen.
Unsere alljährliche Soziale Woche wurde auch in diesem Jahr von unserer Steuerungsgruppe mit Steffen Pfeffer, Tinatin Oqropiridze, Kim Bidenbach, Carolin Bräuning, Anna Szemes und Nejla van Waaijen vorbereitet und organisiert.
Was machen wir eigentlich ohne Handy?
Schon in der ersten Mittagspause wurde es ernst: Die Smartphones blieben sicher verwahrt. Um die Kids auf andere Gedanken zu bringen, hatten unsere Kolleginnen und Kollegen verschiedene Offline-Angebote vorbereitet. Es wurde gemeinsam Schach oder Werwolf gespielt, bei Ballspielen konnte man sich austoben und in einer gemütlichen Ecke Geschichten lauschen. Frischer Duft kam den Heranwachsenden aus unserem Schulgarten entgegen: Dort wurde gemeinsam gegrillt und gechillt. Einige setzten sich bei dem schönen Wetter aber auch einfach auf die Wiese. Es gab Zeit miteinander zu quatschen, sich auszutauschen oder gemeinsam Fangen zu spielen.
Von Cybermobbing bis Künstliche Intelligenz
Neben den Offline-Erfahrungen ging es auch ganz konkret um die digitale Welt. In verschiedenen Workshops standen Themen wie Cybermobbing, Zivilcourage, digitale Medien, Medienberatung und Lernen mit Künstlicher Intelligenz auf dem Programm. Externe Referentinnen und Referenten kamen dafür in unterschiedliche Lerngruppen, vermittelten Wissen und beantworteten Fragen.
Eine schulweite Online-Befragung nahm außerdem die Mediennutzung genauer unter die Lupe: Wie lange sind unsere Schülerinnen und Schüler online? Welche Angebote nutzen sie? Womit verbringen sie dort ihre Zeit? Und welche Fragen beschäftigen sie? Die Ergebnisse liefern uns wichtige Anhaltspunkte für die weitere Arbeit an unserem Medienkonzept.
Wer schafft weniger Bildschirmzeit?
Für zusätzlichen Ehrgeiz sorgte die Offline-Challenge unserer SMV. Dabei verglichen die Schülerinnen und Schüler ihre Medienzeit mit der Vorwoche. Am Ende wurde ausgewertet, bei welcher Lerngruppe die Bildschirmzeit insgesamt am stärksten zurückgegangen war. Wer das Rennen gemacht hatte, sollte allerdings erst bei der großen Abschlussveranstaltung verraten werden.
Auch die Eltern waren dabei
Beim Eltern-Kind-Kochen mit Frau Zimmermann-Kosmol wurde am Donnerstagnachmittag gemeinsam geschnippelt, gekocht, probiert und gegessen.
Am Abend folgte ein Elternabend rund um das Thema Mediennutzung. Er richtete sich insbesondere an die Eltern der Jahrgangsstufen 5 bis 7, stand aber auch allen anderen interessierten Eltern offen. Timo Plocher vom Polizeirevier Horb vermittelte wichtige Grundlagen zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen und gab praktische Hinweise für den Familienalltag.
Eine ganze Woche auf der großen Leinwand
Freitag, Hohenberghalle: Die große Halle ist voll bestuhlt, die gesamte Schulgemeinschaft ist versammelt, auch Eltern sind eingeladen. Auf der großen Leinwand laufen Fotos der vergangenen Tage – von Workshops, Mittagspausenaktionen, Kochen, Spielen und Grillen.
Steffen Pfeffer und unsere Schulsozialarbeiterin Tinatin Oqropiridze greifen die Bilder auf und fragen bei den Schülerinnen und Schülern nach: Wie war es für euch? Was war anders? Was habt ihr gemacht, als das Handy nicht zur Verfügung stand? Die Antworten lassen nicht lange auf sich warten:
„Ich habe mehr Zeit mit meiner Familie verbracht.“
„Wir waren viel mehr draußen.“
„Ich habe mehr mit meinen Freunden gemacht.“
„Es war viel lustiger!“
„Das war richtig schön.“
Dann wird auch das Geheimnis um die Offline-Challenge gelüftet: Die Lerngruppe 5b hat ihre Bildschirmzeit am stärksten reduziert und holt sich den Sieg. Herzlichen Glückwunsch!
Beim gemeinsamen Abschluss wird deutlich, wie viel Arbeit und Herzblut in der Vorbereitung steckte. Und hier schließt sich der Kreis zum Montagmorgen. Da hatten Lalia und Rebin ihren Mitschülerinnen und Mitschülern noch Mut gemacht: „Zusammen schaffen wir das!“
Fünf Tage später ist klar: Sie haben es geschafft. Es wurde weniger aufs Handy geschaut – und dafür mehr geredet, gespielt, gelacht und unternommen. Oder, um es mit unserem Wochenmotto zu sagen:
Offline steht dir auch.
